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Grundinformation

Fehlsichtigkeiten

Die meisten Sehfehler stellen keine Krankheit im eigentlichen Sinne dar.

Es handelt sich bei einfachen Fehlsichtigkeiten (Kurz-, Über-, Stabsichtigkeit) um ein Missverhältnis von optischem Brechwert des Auges und der Baulänge des Auges. Die Ungenauigkeit der Natur führt zu teils deutlichen visuellen Beeinträchtigungen im täglichen Leben.

Ein Vergleich des Auges mit einem (manuellen) Fotoapparat ist zum besseren Verständnis hilfreich.

Ziel ist es mit der Optik (Objektiv) das zu fotografierende Objekt auf der Ebene des Films abzubilden. Dies geschieht durch die Scharfeinstellung am Objektiv. Sofern das Objekt im Schäfenbereich des Objektivs liegt, ist dies möglich.

 

Bei einem kurzsichtigen Auge ist der Schäftenbereich verkürzt, d.h. weit entfernte Objekte werden nicht scharf gesehen. Für den Fotoapparat würde das bedeuten, dass der Schärfenbereich nur bis mal angenommen 50 cm geht. Dies entspräche beim Auge einer Kurzsichtigkeit von -2,00 Dioptrien. Dies kann möglich sein wenn der optische Brechwert des Auges zu hoch ist, das optische System also zu stark wäre. Weit entfernte Objekte würden demnach vor der Netzhaut des Auges bzw. vor der Filmebene abgebildet werden und auf der Filmebene nur ein unscharfes Bild erzeugen. Weiter vereinfacht könnte man sagen, dass das kurzsichtige Auge eine Sammellinse (Pluslinse), die den Brechwert des Auges künstlich erhöht, zu viel hat. Dieser Fehler wird durch eine Korrektion mit einer Minuslinse (Zerstreuungslinse)  kompensiert.  

 

Bei einem übersichtigen Auge ist der Schärfenbereich verschoben. Stellen Sie sich ein defektes Kameraobjektiv vor, dessen Scharfeinstellmöglichkeit über Unendlich hinaus gehen würde. Nutzbar für die Fotografie ist der Bereich jenseits von Unendlich nicht. Darüber hinaus wäre auch die kürzeste Naheinstellmöglichkeit weiter entfernt. Um also ein weit entferntes Objekt abbilden zu können, müsste man (einfach) nur nachfokusieren. Solange das so Objekt dann nicht zu nahe ist, kann ein scharfes Bild erzeugt werden.

So etwa ist es auch beim übersichtigen Auge. Weit entfernte Objekte werden hinter der Netzhaut abgebildet, es entsteht ein unscharfes Bild auf des Netzhaut. Bei nicht zu starker Übersichtigkeit kann das Auge immer noch ein scharfes Bild erzeugen. Dies ist aber mit einer Anstrengung verbunden, die nicht dauerhaft ohne Beschwerden zu verursachen, aufgebracht werden kann. Beim Auge könnte man sich eine zusätzliche Minuslinse vorstellen, die durch eine Pluslinse (Sammellinse) kompensiert wird.

 

Bei der Stabsichtigkeit könnte man sich eine überschüssige Linse im Auge vorstellen, die in einer Richtung eine Plus- und in 90° dazu ein Minuswirkung hätte. Dies verursacht eine Verzerrung des Bildes. Punkte würden strichförmig verzerrt abgebildet werden. Der Abbildungsfehler wird Astigmatismus genannt. Dieser ist Richtungsabhängig und wird mit so genannten Zylindergläsern korrigiert. Da dieser Fehler richtungsabhängig ist muss noch eine Achse angegeben werden, die die Zylinderachsrichtung definiert.

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